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Illegale Abwassereinleitungen gefährden Betrieb der Kläranlage

Aufruf zur gemeinsamen Verantwortung

In den vergangenen Monaten ist es mehrfach zu massiven Störungen im Betrieb der Kläranlage Dietzenbach gekommen. Die Ursache waren jeweils nicht zulässige Einleitungen in das städtische Kanalnetz, die erhebliche Auswirkungen auf die biologische Reinigungsleistung der Kläranlage hatten.

Was ist passiert?

Durch den Eintrag nicht konformer Abwasserfrachten – etwa chemischer Substanzen oder industrieller Rückstände – wurde die sogenannte biologische Stufe der Kläranlage stark beeinträchtigt. In dieser Reinigungsstufe übernehmen Mikroorganismen, insbesondere Bakterien, die zentrale Aufgabe, gelöste organische Stoffe und Stickstoffverbindungen aus dem Abwasser abzubauen. Die eingeleiteten Stoffe hemmten oder töteten diese Bakterien in erheblichem Maße. Dadurch kam der Reinigungsprozess weitgehend zum Erliegen.

Infolgedessen stiegen die Ammonium- und CSB-Werte (chemischer Sauerstoffbedarf) innerhalb kürzester Zeit massiv an und überschritten die zulässigen Grenzwerte deutlich. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass unzureichend behandeltes Abwasser in den Vorfluter gelangt – mit negativen Auswirkungen auf die Gewässerqualität und somit auf Tiere, Pflanzen und das ökologische Gleichgewicht.

Warum betrifft das uns alle?

Solche Vorfälle belasten am Ende nicht nur den Betreiber – also die Stadtwerke – sondern können über steigende Abwassergebühren auch die Solidargemeinschaft aller Bürgerinnen und Bürger finanziell treffen. Hinzu kommt die gemeinsame Verantwortung für den Umwelt- und Gewässerschutz, der durch solche Einleitungen ernsthaft gefährdet wird.

Gemeinsam für den Gewässerschutz

Aus diesem Grund hat die Kreisstadt Dietzenbach ein Informationsschreiben an alle indirekten Einleiter im Stadtgebiet versendet, um für die Problematik zu sensibilisieren. Darin werden die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Folgen unzulässiger Einleitungen erläutert. Ziel ist es, das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zu stärken – sei es im gewerblichen, industriellen oder privaten Bereich.

Was können Sie tun?

  • Verzichten Sie auf die Entsorgung von Chemikalien, Lösungsmitteln, Arzneimitteln oder anderen problematischen Stoffen über das Abwasser.
  • Prüfen Sie in Ihrem Betrieb regelmäßig die Einleitbedingungen und die Funktion von Vorbehandlungsanlagen.
  • Sensibilisieren Sie Mitarbeitende für einen sachgemäßen Umgang mit gefährlichen Stoffen.
  • Melden Sie Auffälligkeiten oder Verdachtsmomente im Kanalnetz – jede Information hilft.

Unser Appell

Die Stadtwerke Dietzenbach setzen sich für eine sichere, nachhaltige und leistungsfähige Abwasserbehandlung ein – und das geht nur mit Unterstützung der gesamten Stadtgesellschaft. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unser Wasser sauber bleibt.

Für Rückfragen steht unser Team gerne zur Verfügung.